THEMA 3: VOM BAUERNHOF AUF DEN TISCH. Teil 1
„Farm to table“, auch bekannt als „farm to fork“, ist eine Bewegung, die das Kochen und Servieren lokaler Lebensmittel fördert. Das bedeutet, dass die Zutaten direkt von den Landwirten zu den Restaurants oder den einzelnen Verbrauchern gelangen. Lokale Lebensmittelnetzwerke können Gemeinschaften bilden, die solche Lebensmittelinitiativen unterstützen. Die Idee ist, den Menschen bewusst zu machen, woher ihre Lebensmittel kommen.
Food Trucks sind eine Möglichkeit, den Verbrauchern frische, lokal angebaute Lebensmittel direkt von der Quelle (wie einem Bauernhof) zu liefern.
Der Online-Einkauf kann den Weg vom Bauernhof auf den Tisch erheblich erleichtern. Wenn Sie Ihren Kunden die Möglichkeit geben, Ihre Produkte online zu kaufen, kann das ein kluger Schachzug für einen landwirtschaftlichen Betrieb sein. Es ist bequem für den Verbraucher und kann umweltfreundlicher sein, da nur ein Lieferfahrzeug verwendet werden kann, um mehrere Produkte zu verschiedenen Personen zu transportieren, anstatt dass jeder Kunde zu einem Geschäft (oder einem Bauernhof) und zurück fährt.
Der Ansatz „vom Bauernhof zum Tisch“ folgt den Grundsätzen der Nachhaltigkeit, indem er lokale Märkte und Räume für landwirtschaftliche Betriebe und Verbraucher schafft, in denen sie zusammenarbeiten und das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage aufrechterhalten können. Landwirte, die die Bedürfnisse ihrer Kunden genau kennen, sind in der Lage, ihr Geschäft aufrechtzuerhalten, indem sie die richtige Menge an Qualitätsprodukten zur richtigen Zeit (oder das ganze Jahr über) anbieten.
Bei der Entscheidung, welche Pflanzen angebaut werden sollen, sind zwei Hauptkategorien von Pflanzen zu unterscheiden: einjährige und mehrjährige Pflanzen. Einjährige Kulturen sind Kulturen, die nicht mehr als zwei Wachstumsperioden überdauern, in der Regel nur eine. Diese Kulturen können weiter unterteilt werden in 1) Winterkulturen, die im Herbst gesät und im Sommer des nächsten Jahres geerntet werden, und 2) Frühjahrs- und Sommerkulturen, die im selben Jahr gesät und geerntet werden. In der EU sind Weizen, Raps und Roggen typische Winterkulturen. Mais, Sonnenblumen, Reis, Sojabohnen, Kartoffeln und Zuckerrüben sind Sommerfrüchte. Gerste wird in der Regel als Winter- und als Sommerpflanze angebaut. Mehrjährige Kulturen sind Kulturen (z. B. Obstbäume und Weinreben), die mehr als zwei Vegetationsperioden überdauern und entweder nach jeder Saison absterben oder kontinuierlich wachsen; diese werden auch Dauerkulturen genannt. Die Witterungsbedingungen spielen eine wichtige Rolle für die Qualität und Quantität Ihrer Ernte und damit auch für die Lebensmittelpreise. Bei der Auswahl der einjährigen Kulturen sollten Sie die Bodenbeschaffenheit und die Fruchtfolgen bzw. Deckfrüchte (verschiedene Kulturen wie Gras, Kleingetreide oder Hülsenfrüchte, die die Landwirte in den Zeiträumen zwischen dem Anbau ihrer Marktfrüchte anbauen) berücksichtigen. Cash Crops sind landwirtschaftliche Nutzpflanzen, die zur Erzielung von Gewinnen angebaut werden. Zwischenfrüchte (Catch and Cover Crops, CCC) sind Kulturen, die landwirtschaftliche Flächen schützen können, die sonst kahl wären und durch Erosion und Nährstoffverluste gefährdet wären. Bei richtiger Bewirtschaftung können CCC-Kulturen dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen zu verringern und den Klimawandel zu bekämpfen, indem sie den organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens erhöhen (weitere Informationen finden Sie unter „Kohlenstoffanbau“ in Thema 4 dieses Moduls). Die beliebtesten Arten von CCC sind Weidelgras, Senf, Klee, Wicke, Hafer, Phacelia und Roggen.
Die EU-Strategie „Vom Erzeuger zum Verbraucher“ will im Rahmen des „Green Deal“ die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette überdenken, um ihre Nachhaltigkeit zu verbessern.
Bild 1: Vom Bauernhof auf den Tisch
Bildquelle: https://www.europarc.org/european-policy/farm-to-fork-protectes-areas/